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Soli Eisenbühl

Presse

Einmal schwitzen, bitte!

 

Die Sportredaktion zu Gast beim Radball

 

 

 

 

 

 

 Die Frankenpost hat uns besucht und einen schönen Artikel mit Fotos und Video veröffentlicht.

 

 Fotos, Video und Text stammen von der Frankenpost.

 

Ganz großer Zirkus

Teil zwei unserer Serie "Einmal schwitzen, bitte!" und Reise durch das sportliche Oberfranken. Diesmal steht Radball im Fokus – und da wird’s bei Soli Eisenbühl akrobatisch. Frage: Wo ist denn hier eigentlich die Bremse? Antwort: Es gibt keine! Geschichte eines Redakteurs, der sich wie ein Mitglied aus der Krabbelgruppe fühlt.

 

 

Aller Anfang ist schwer - vor allem beim Radball. Unser Sportredakteur
Hannes Huttinger saß bei Soli Eisenbühl erstmals auf dem Rad und jagte dem Ball hinterher.   

Bin ich hier richtig? Kann eigentlich nicht sein! Als ich im Gasthof "Zum Gupfen" in Eisenbühl (Gemeinde Berg) ankomme, brennt erstens kaum Licht. Zweitens ist die Location - wie das Wort schon verrät - ein Gasthof. Hier kann man sicher sehr gut essen. Aber Radball spielen?! Nee, daran will ich nicht so recht glauben. Ich checke auf meinem Handy die Adresse...

Alles passt. Ich muss hier richtig muss hier richtig sein. Na gut, schauen wir uns die Räumlichkeiten mal an.

Mein Glück: Eine Frau spricht mich an und führt mich im schon etwas älteren Gebäude die Treppe hinauf. Eine Tür öffnet sich - und siehe da: Es erstrahlt ein charmanter Radball-Palast, der in Deutschland in dieser Form einzigartig sein dürfte. Die Radballer von Soli Eisenbühl spielen nämlich nicht in einer normalen Halle. Sie spielen in einem ehemaligen Tanzsaal. Brauner Holzboden, bunte Tanzfiguren an den Wänden, keine Duschen - dafür aber Tore im 80er-Jahre-Stil. Gefällt mir irgendwie!

 

 

 

Der Saal füllt sich zunehmend. Knapp 20 Soli-Sportler sind es, als die Trainingseinheit beginnt. Ihr Anführer: Florian Müller. Mein Schicksal werde ich gleich in seine Hände legen. Der Vorsitzende des Vereins begrüßt mich mit einem warmen Händedruck, dann ist es mit den Freundlichkeiten aber auch schnell vorbei. Mein Arbeitsgerät steht schon vor mir: Ein Flitzer mit zwei Rädern, der mehr wie ein Zirkusobjekt und weniger wie ein Utensil aus dem Sport wirkt. Was aus meiner Sicht aber das Erwähnenswerteste ist (oder das Beunruhigendste): Dieses Teil hat keine Bremsen!!! Was nun? 

Diese Info verunsichert mich erst einmal. Aber gut, ich bin ja hier, um Abenteuer zu erleben. Also aufs Rad, fertig, los! Ich drehe erst einmal locker meine Runden - allein. Ohne Gegner. Ohne Ball. Und das ist gut so. Mit normalem Radfahren hat Radball nämlich wenig zu tun. Wie gesagt: Es gibt keine Bremsen. Wenn ich rückwärts trete, dann fahre ich auch rückwärts. Das versuche ich geschätzt 20 Mal - und 20 Mal kippe ich um. Frustrierend! Das kann ja heiter werden ...

Florian Müller erkennt meinen Frust. Er will mich aufbauen. Getreu dem Motto: Aller Anfang ist schwer. Schnell wird klar: Geduld ist hier gefragt - und zwar eine Mega-Portion. "Bis man ordentlich mit dem Rad schießen kann, vergeht mindestens ein halbes Jahr", sagt Müller. Rumms. Der nächste Tiefschlag.

So funktioniert Radball!

Radball und Hunde? Da gibt es eine Verbindung. Aber von vorne: Beim Radball wird mit speziellen Fahrrädern in Teams auf Tore gespielt wird. Der Ball ist zirka 600 Gramm schwer. Die Spielzeit beträgt bei den Erwachsenen zwei Mal sieben Minuten (im Nachwuchsbereich zwei Mal fünf Minuten). Die verbreitetste Variante des Radballs ist der Zweier-Radball, er wird in der Halle gespielt. Hier messen sich zwei Teams mit je zwei Spielern. Weitere Disziplinen sind Fünfer-Radball und der sehr seltene Sechser-Rasenradball.

Wie ist dieser Sport entstanden? Hierzu gibt es auf den Fachseiten folgende Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts soll dem US-Kunstradfahrer Nick Kaufmann ein kleiner Hund vor sein Fahrrad gelaufen sein. Um sich den Sturz und dem Tier eine Verletzung zu ersparen, beförderte Kaufmann den Hund sanft mit dem Vorderrad zur Seite. Kurz darauf versuchte er es mit einem Polo-Ball – und so entstand Stück für Stück der Radball-Sport, wie wir ihn heute kennen.

In Bayern gibt es aktuell nach Schätzung von Florian Müller 20 bis 25 Vereine. „Oberfranken gilt dabei als Radball-Hochburg. Wir sind der stärkste Bezirk“, betont der Vorsitzende von Soli Eisenbühl. In Oberfranken gibt es neben Eisenbühl noch einige Klubs – und zwar: den TSV Hof, Soli Schwarzenbach, den ATS Kulmbach, den RVC Steinwiesen, den RVC Burgkunstadt und Soli Bischberg und RKB Solidarität Gaustadt-Bamberg.

Wie ist das Spielfeld aufgebaut? Beim Zweier-Radball wird auf einem Feld mit einer Größe von 11x14 Metern gespielt. Neben einem Mittelkreis gibt es vor jedem Tor je zwei Halbkreise. Einer bildet den Zwei-Meter-Raum, in dem ein Spieler der abwehrenden Mannschaft mit der Hand an den Ball darf. Der andere ist der Vier-Meter-Raum, von dessen Begrenzung beispielsweise ein Strafstoß geschlagen wird. Einen solchen Strafstoß gibt es unter anderem dann, wenn der Torwart im Zwei-Meter-Raum mit dem Fuß den Boden berührt oder sich beide Spieler des verteidigenden Teams gleichzeitig im Zwei-Meter-Raum befinden.

Zur Ausstattung: Radballer tragen, wie Fußballer, Stutzen, Schienbeinschoner, eine Short und ein Trikot. Die Kosten für die Fahrräder zahlen die Eisenbühl-Spieler nicht selbst, die Gefährte werden vom Verein gestellt.

 

Bleibt festzuhalten: Nach ein paar Minuten auf dem Sportgefährt kann ich gerade mal vorwärts fahren und, auf dem Rad still stehend, für ein paar Sekunden mein Gleichgewicht halten. Während ich mich jämmerlich fühle, dreht ein Junior-Radballer neben mir fröhlich seine Pirouetten - zurückgelehnt auf einem einzigen Rad! Ich komme mir vor wie ein Mitglied aus der Krabbelgruppe, das bei den großen Jungs mitmischen möchte.

Ich muss zur Seite. Die Soli-Radballer wollen mir zeigen, was sie draufhaben. Los geht es mit der U 13, dann kommen Stück für Stück die älteren Spieler zum Zug. Schon bei den Jüngsten ist das Niveau beachtlich - hier würde ich absolut kein Land sehen. Man bedenke: Beide Füße müssen während des gesamten Spiels auf den Pedalen bleiben. Berührt man den Boden, so darf man erst nach dem Überfahren der Torauslinie wieder den Ball schlagen. Oder schießen? Oder spielen? Wie nennt man das überhaupt, frage ich mich. Im Fachjargon heißt es offenbar schlagen.

Das Niveau wird höher und höher. Am Ende sind die Erwachsenen dran. Achtung, jetzt ist offensichtlich der Zirkus in der Stadt! Spielend leicht halten die Akteure auf den Rädern das Gleichgewicht - auch bei gegnerischem Druck. Satte Schüsse? Für diese Spieler gar kein Problem. Rückwärts fahren? Sowieso nicht! Das könnten alles Drahtseil-Akrobaten sein. Ich habe allerhöchsten Respekt - und frage mich, ob ich wohl auch ein kleines Schüsschen zustande bekommen würde. Denn: Obwohl ich wegen meiner nicht vorhandenen Radball-Fähigkeiten erst einmal ziemlich demotiviert bin, hat mich diese Sportart doch irgendwie infiziert. Jetzt will ich’s wissen!

Also, Schusstraining! Ich bin allein auf dem Feld. Die Soli-Crew hat sich um das Spielfeld herum versammelt. Ich denke mir: Jetzt wird’s peinlich! Der Ball liegt auf dem Anstoßpunkt. Mein Ziel: ein Tor schießen. Ich wiederhole: Ohne Gegner, ohne Torwart. Nur ich, mein Zirkus-Fahrrad und der Ball. Müller gibt mir einen Tipp: Von der Seite an den Ball ranfahren, zurücklehnen - und dann einfach den Lenker ruckartig in die richtige Richtung bewegen. Einfach? Einfach ist hier für mich gar nichts. Ich brauche mehrere Anläufe, um den Ball über die Torlinie zu drücken. Als es mir nach zwei, drei Minuten gelingt, applaudieren die Eisenbühler. Da ist bestimmt viel Mitleid dabei - aber was soll’s? Ich habe gerade mein erstes Radball-Tor geschossen. Schön war das nicht. Das war eher eins der Marke Thomas-Müller-Wurschtl-Tor. Ich freue mich.

Und am Ende denke ich mir: Vielleicht wird aus mir ja doch noch ein guter Radballer, wenn ich jetzt nur am Ball bleibe und regelmäßig trainiere. Die Rückschläge würden sicher weniger und die persönlichen Erfolge mehr werden. Blöd nur, dass mein Geduldsfaden ein sehr dünner ist.

 


21.01.2017, Frankenpost
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07.06.2016 Frankenpost
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22.04.2016 Frankenpost
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Frankenpost 14.04.2016
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Frankenpost 07.04.2016
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Frankenpost 10.03.2016
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Frankenpost, 08.12.2015
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Frankenpost, 22.10.2015
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Weiß auf Blau statt schwarz auf weiß: Langenwolschendorf ist Radball-Hochburg

Die Gemeinde Langenwolschendorf präsentiert sich nun an ihrem Ortseingang mit einem Schild als Radball-Hochburg.
Als Radball Hochburg bezeichnen die Langenwolschendorf ihren Ort selbst. Foto: Heidi Henze
Als Radball Hochburg bezeichnen die Langenwolschendorf ihren Ort selbst. Foto: Heidi Henze
Schließlich werden in der örtlichen Turnhalle durch die Sektion Radball in der Sportgemeinschaft Langenwolschendorf nationale und internationale Turniere ausgetragen. Für zwei Handwerker der Gemeinde ist das ein Grund, das auch öffentlich zu zeigen. Sie sponserten das Schild mit dem Rad am Ortseingang, das Harald Seidel und Marcel Riedel montierten.
Frankenpost, 29.04.2015
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Frankenpost, 23.04.2015
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Frankenpost, 22.04.2015
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Frankenpost, 12.03.2015
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Frankenpost, 27.01.2015
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Frankenpost, 21.01.2015
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Frankenpost 25.11.2014
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Frankenpost 04.11.2014
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Frankenpost 21.10.2014
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Frankenpost 12.08.2014
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Frankenpost 03.06.2014
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Frankenpost 15.05.2014
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Frankenpost 08.04.2014
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Frankenpost 25.03.2014
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Frankenpost 19.03.2014
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Frankenpost vom 19.02.2014
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Frankenpost 11.03.2014
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Frankenpost  23.01.2014
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14.11.2013 Nordberliner Zeitung Nr. 46 Seite 11
14.11.2013 Nordberliner Zeitung Nr. 46 Seite 11
Erschienen am 13.11.2013
Erschienen am 13.11.2013
Erschienen: 19.10.2013 (Frankenpost)
Erschienen: 19.10.2013 (Frankenpost)


 

Wettkampf der Exoten

Sechs Mannschaften tragen in Eisenbühl den dritten "Gupfen-Cup" im Radball aus. Der Gastgeber-Verein geht auch als Sieger des Turniers von der Spielfläche.

Eisenbühl - Radball ist eine exotische Sportart und nicht überall zu finden - im Berger Winkel ist der Sport bei der Soli Eisenbühl beheimatet. Hier fand kürzlich der nunmehr dritte Radball-Gupfen-Cup statt. Wer meint, Radballer sind im Freien anzutreffen, liegt hier weit daneben: Zwar mag der "gewöhnliche" Radfahrer bei frischer Luft in freier Natur kräftig in die Pedale treten - ein Radballer allerdings trainiert und spielt in der Halle. So bot sich für den Laien ein ungewöhnliches Bild im Saal der Gaststätte "Zum Gupfen" in Eisenbühl. Die Zuschauer sahen Radballer - immer vier auf dem Spielfeld von 14 mal sieben Metern -, die mit einer Gewichtsverlagerung auf das Hinterrad und Kick-Bewegung mit dem Vorderrad den mit festem Stoff ummantelten 500 Gramm schweren Ball ins Tor zu feuern versuchten.

Auch ein Schiri war auf dem Spielfeld, inmitten des Getümmels von flott agierenden Radballern, mal vor mal rückwärtsfahrend, den Ball immer zwischen den Rädern in Bewegung. Zwei Mann bilden je eine Mannschaft. Wie schon in den Vorjahren, fanden sich sechs Mannschaften in Eisenbühl ein.

"Nach dreimaligen Gewinn darf der Sieger den Gupfencup behalten", verriet der Vorsitzende der Soli Eisenbühl, Florian Müller. Im Jahr 2009 nahmen die Radballer aus dem thüringischen Langenwolschendorf den Pokal mit nach Hause. Im vergangenen Jahr dann kam der Heimsieg durch das Team I der Soli Eisenbühl mit Thomas Dobberke und Matthias Mohr, die nun an ihren letztjährigen Erfolg anknüpfen konnten und ein zweites Mal den Pokal gewannen.

Rund um das Spielfeld hatten sich Zuschauer jeden Alters eingefunden und sahen bewundernd den flotten Ballwechseln zu. Auf der einen Längsseite saß das Kampfgericht, stoppte die Spielzeit von je sieben Minuten und zählte natürlich auch die Tore für alle sichtbar auf einer Tafel mit. Radball ist ein komplexer, bei dem jede Menge Balance, Kraft und Kondition gefragt sind. "Die Räder haben eine starre Übersetzung und keine Bremsen", erklärte Florian Müller.

Das sah bei den Könnern ziemlich leicht aus. Der Sitz, weit über dem Hinterrad angebracht, dient eigentlich nur zum Verschnaufen und kommt im Spiel gar nicht zum Einsatz, da wird meistens auf den Pedalen gestanden. "Und da sollten die Füße auch bleiben", wusste der Spieler und Vorsitzende Florian Müller.

Die Hände am Lenker

"Die Hände müssen am Lenker bleiben - nur der Torwart darf im kleinen Kreis vor seinem Netz die Hände nehmen." Demzufolge darf der verteidigende Torwart im Strafraum von zwei Metern Radius die Hände zur Ballabwehr nutzen. Allgemein wird der Ball durch Schläge mit dem Rad und dem Körper gespielt. Auch sind Kopfbälle gestattet. Ein Team wird gebildet aus einem Torwart und einem Feldspieler, die können aber untereinander wechseln. "Aber meist ist die Position abgesprochen und entsprechend eingeübt", erklärte Florian Müller, der als Torwart agiert.

Erschienen: 23.09.2011 (Frankenpost) 

17.09.2016 Blickpunkt
17.09.2016 Blickpunkt